Was das Gesetz dazu sagt:

Lehrgangsinhalte

Die Inhalte des Renten-Sachkundelehrgangs richten sich nach § 11 Abs. 2 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) in Verbindung mit § 4 Rechtsdienstleistungsverordnung.

§ 11 Besondere Sachkunde, Berufsbezeichnungen

(2) Rentenberatung erfordert besondere Sachkunde im Recht der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung und in den übrigen Teilbereichen des § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, für die eine Registrierung beantragt wird, Kenntnisse über Aufbau, Gliederung und Strukturprinzipien der sozialen Sicherung sowie Kenntnisse der gemeinsamen, für alle Sozialleistungsbereiche geltenden Rechtsgrundsätze einschließlich des sozialrechtlichen Verwaltungsverfahrens und des sozialgerichtlichen Verfahrens.

Folgende Lehrinhalte werden unterrichtet:

  • Berufsbild, Tätigkeitsfeld, Aufgaben und Rahmenbedingungen des Rentenberaters
  • Grundlagen der betrieblichen Altersversorgung und berufsständischen Alters- und Zusatzversorgung
  • besondere Sachkunde in der gesetzlichen Renten-, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung
  • Sozialversicherungsrecht
  • Schwerbehindertenrecht mit Bezug zur gesetzlichen Rente
  • Aufbau, Gliederung und Struktur der sozialen Sicherung
  • gemeinsame Rechtsgrundsätze für alle Sozialleistungen
  • sozialrechtliches Verfahrensrecht
  • sozialgerichtliches Verfahrensrecht

 

Theoretische und praktische Sachkunde

Rentenberatung erfordert besondere theoretische und praktische Sachkunde. Wie diese gegenüber der zuständigen Registrierungsbehörde nachzuweisen ist, wurde vom Bundesministerium für Justiz durch die Rechtsdienstleistungsverordnung festgelegt.
Neben dem Nachweis theoretischer und praktischer Sachkunde bestehen nach § 12 RDG weitere Voraussetzungen, um sich als Rentenberater/in registrieren lassen zu können. Die Registrierung setzt die persönliche Eignung und Zuverlässigkeit voraus. Außerdem ist eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro für jeden Versicherungsfall erforderlich.

Der  Renten-Sachkundelehrgang dient als Nachweis der theoretischen Sachkunde bei der Beantragung einer Registrierung gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 2

Die rechtlichen Grundlagen für die Tätigkeit von Rentenberatern/Rentenberaterinnen finden sich  im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG).

Als Rentenberater sind Sie

  • registriert im Rechtsdienstleistungsregister
  • unabhängige Vertreter der Interessen ihrer Mandanten
  • an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gebunden
  • der Aufsicht der Registrierungsbehörde unterstellt

Rentenberaterinnen und Rentenberater können auf dem Gebiet der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung, des sozialen Entschädigungsrechts, des übrigen Sozialversicherungs- und Schwerbehindertenrechts mit Bezug zu einer gesetzlichen Rente sowie der betrieblichen und berufsständischen Versorgung tätig werden.


Die einzelnen Rechtsdienstleistungen einer Rentenberaterin und eines Rentenberaters können im Rahmen des erlaubten Tätigkeitsumfangs sehr umfangreich sein.

Registrierte Rentenberaterinnen und Rentenberater können z.B. auf folgenden Gebieten für ihre Mandanten beratend tätig werden:

  • Angelegenheiten der Kranken- und Pflegeversicherung
  • Arbeitsunfälle
  • Berufskrankheiten
  • Berechnungen für den Versorgungsausgleich
  • Berechnungen, Beratungen für Nachzahlungen aller Art
  • Betriebsrenten
  • Berufsständische Versorgungen
  • Durchsetzung von Renten
  • Durchsetzung richtiger Einstufung nach dem Fremdrentengesetz
  • Geltendmachung von rentenrechtlichen Zeiten
  • Gestaltung freiwilliger Beitragszahlung
  • Gestaltung individueller Altersvorsorge
  • Kontenklärungen
  • öffentlich-rechtliche Versorgungsangelegenheiten
  • Rentenanträge
  • Rentenangelegenheiten für Schwerbehinderte
  • Verfahren vor den Sozialgerichten und Landessozialgerichten

Die oben angegebenen Themenbereiche und Tätigkeitsmerkmale spiegeln nur eine kleine Auswahl der möglichen Aufgabegebiete wider.